Hundekotbeutel IMG 4018Hundekotbeutel gehören nicht in die Umwelt, landen dort aber viel häufiger als alle anderen Plastiktüten. Das wollen wir in Leichlingen und Witzhelden ändern.

Immer mehr der schwarzen Hundekotbeutel finden sich in der Natur. Diese ergänzen den Verpackungsmüll im öffentlichen Raum in erschreckender Weise. Es scheint, dass wir mit Spendern für Hundekotbeutel unserer Stadt einen Bärendienst erweisen. Jetzt liegen die Beutel gefüllt in Rabatten an Wegrändern oder stecken in Hecken.

Diese gefüllten Hundekotbeutel werden beim Stutzen der Hecken zerschnitten, wie Mitarbeiter des Bauhofs berichten. Neben einer Dusche ist dann auch eine intensive Reinigung von Maschinen, Schuhen und Kleidung erforderlich.

Der Hundekot überdauert in unseren Beuteln aus besonders haltbarem Polyethylen (PE) Jahre, die Beutel sind selbst nach Jahrzehnten noch nicht abgebaut.

Zirka 50% der Hundekotbeutel im Stadtgrün an den Wegrändern sind ohne Inhalt. Sie wurden verloren oder von übermütigen Passanten zum Spaß aus den Spendern gerissen, um dann durch Stadt, Wald und Flur zu vagabundieren, bis sie sich verfangen oder von der Wupper weggespült werden.

Mit unserem Antrag unterstützen wir eine aktuelle Vereinbarung der Regierungsparteien: „Wir werden die EU-Kommission beim Kampf gegen die Vermüllung der Meere unterstützen, insbesondere beim Vorgehen gegen Plastikeinträge.“
Quelle: Koalitionsvertrag CDU CSU SPD 18. Legislaturperiode

Wir sind nicht die einzige Kommune, die von Hundekotbeuteln mit Aufgaben konfrontiert wird, die sie sonst nicht hätte. Weitergehende Informationen finden sich beispielsweise auf einer engagierten Internetseite zu dem Thema ( www.poopmap.de ). Auf der interaktiven Karte sind auch die Fundorte in Leichlingen dokumentiert.

Hier die dort vorgestellten Zahlen zum Thema und ein interessanter Lösungsansatz:

  • Zirka 200.000.000 Hundekotbeutel werden jährlich von deutschen Städten und Gemeinden ausgegeben
  • Dies sind knapp 4% aller Plastiktüten (200 Mio./5,3 Mrd.*100)
  • Etwa 97% der eingesetzten Produkte bestehen aus herkömmlichen Plastik (PE), sie sind somit nicht abbaubar und können über hunderte von Jahren ein Umweltproblem darstellen
  • Hundekotbeutel werden verstärkt im naturnahen Bereich eingesetzt und landen somit viel häufiger als Einkaufstüten in den Grünanlagen oder im Gewässer
  • Teilweise gezielte Entsorgung in der Umwelt, nachdem der Hundekot bereits aufgenommen wurde

Wir beantragen daher:

  1. Die Verwaltung möge kompostierbare Hundekotbeutel in den Spendern zur Verfügung stellen.
  2. Die Verwaltung möge im Rathaus zusammen mit den „Gelben Säcken“ Hundekotbeutel an registrierte Hundebesitzer ausgeben.
  3. Die Verwaltung möge eine Kostenermittlung hierfür erstellen.
  4. Die Verwaltung möge mit entsprechender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Thema begleiten, um eine Verhaltensänderung in der Bevölkerung zu unterstützen.
  5. In der Satzung der Stadt ist explizit ein Tatbestand für vorsätzliche, nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Hundekotbeuteln aufzunehmen, der mit einem besonders hohen Bußgeld belegt wird.

CDU Fraktion im Rat der Stadt Leichlingen.
Anprechpartner: Andreas Heusner
März 2016


Weiterführende Links und Quellen: