Leserbrief

 

Warum der Bahnhof so gebaut wurde, wie er sich jetzt darstellt?

 

Herr BM Müller beklagt, dass die Bedenken der Stadt seit 2010 zu den Plänen für die Veränderungen am Bahnhof Leichlingen von der DB AG nicht berücksichtigt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren Änderungen nicht mehr möglich, da die Entwurfplanung, Finanzierung und Jahresbetriebsplanung für das Elektronische Stellwerk und die Neugestaltung des Bahnsteigs mit den behindertengerechten Rampen von der DB AG bereit abgeschlossen war. Auch die Einrichtung einer interfraktionellen Projektgruppe Anfang 2010 diente nur noch als Alibi.

Mit Schreiben der DB Netz wurde bereits im Dezember 1998 die Stadt Leichlingen um Prüfung und Mitteilung gebeten, ob sie die vorgeschlagenen Lösungen zur Aufhebung des Bahnüberganges mittragen würde. Falls die Vorschläge positiv bewertet würden, werde die DB Netz die notwendigen Vorbereitungen für die Einleitung entsprechender Planungen treffen. Angedacht war der Bau einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer mit beidseitigem Zugang zum Mittelbahnsteig und behindertengerechten Rampen beidseits, sowie der Aufweitung des Tunnels Moltkestr.

Die Stadt legte im Dezember 1999 eine eigene Ingenieurplanung für eine Straßenunterführung unter dem Bahnhof vor, die sogenannte Omegalösung. Die Planung war leider technisch nicht machbar und in Sachen Bahnhof trat Stillstand ein. Seitens der Stadt und der Mehrheitsfraktion wurde beschlossen, dass der Bahnübergang weiter bestehen muss und die Aufweitung des Tunnels Moltkestr. nicht beabsichtigt ist. Die Planungen der DB begannen für das Elektr. Stellwerk ab 2007 und wenig später für die Neugestaltung des Bahnsteigs. Die Bauarbeiten begannen 2010. Die jetzt erneut vorgetragenen Einwände und Wünsche der Stadt wurden in den protokollierten Gesprächen mit den Fachbereichen der DB AG begründet abgelehnt. Die Rampe auf der Stadtseite sollte nach dem Planentwurf der DB AG parallel zum Gleis und zurück auf dem Parkplatz angeordnet werden. Seitens der Stadt wurde nicht zugestimmt und empfohlen das Relaisgebäude zu entfernen und dort die Rampe zu erstellen. Jetzt haben wir die unendlichen Schleifen, wie der Herr BM feststellte.

Zu den Kosten jedweder Planungen bei Aufhebung des Bahnüberganges bleibt festzuhalten, dass nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz 1/3 der Kosten auf die Stadt entfallen würden, die Stadt aber 80 % über das Gemeideverkehrsfinanzierungsgesetz erhalten hätte, also 6,66% der Bausumme. Die jetzt geforderte Verlängerung der Bahnsteigunterführung würde 2 Mill. Kosten, und die müsste die Stadt allein tragen.

Dipl.-Ing.(FH) Helmut Langer